Das "Eltern"-Burnout ?

Von Eltern-Burnout ist die Rede, wenn mindestens zwei er drei folgenden Symptome gleichzeitig auftreten: Erschöpfung, emotionale Loslösung und Verlust der Effizienz in seiner Elternrolle.

1. Erschöpfung

Das ist der Zustand, der als erstes sichtbar wird. Die Mutter oder der Vater fühlt sich erschöpft, ausgelaugt, am Ende ihrer/seiner Kraft. Diese Erschöpfung zeigt sich 

  • auf emotionaler Ebene: die Betroffenen haben das Gefühl, dass es so nicht weitergehen kann;
  • auf kognitiver Eben: sie haben den Eindruck, dass sie nicht mehr richtig denken können;
  • und/oder auf körperlicher Ebene: sie leiden unter extremer Müdigkeit.

2. Die emotionale Loslösung von den Kindern

Die Mütter oder Väter haben einfach keine Kraft mehr, sich wie bisher um die Beziehung zu ihren Kindern zu bemühen: Sie hören ihnen nicht mehr so gut zu, wenn sie ihnen etwas erzählen, es interessiert sie nicht mehr, was die Kinder erleben und fühlen. Sie tun zwar das Mindeste (die Kinder zur Schule bringen, das Essen zubereiten, sie zu Bett bringen, …), aber für mehr reicht es nicht.  

Das Gefühl, nicht mehr effizient zu sein und in seiner Elternrolle nicht mehr aufzugehen 

Die Eltern sind nicht mehr das, was sie eigentlich sein möchten. Sie erkennen sich in ihrem Verhalten den Kindern gegenüber selbst nicht wieder. Sie fühlen sich nicht mehr fähig, ihre Elternrolle zu übernehmen und haben den Eindruck, schlechte Mütter oder Väter zu sein. Sie gehen in ihrer Elternrolle nicht mehr wirklich auf. 

Gibt es einen Unterschied zum Burnout im Beruf?

Ja, Studien belegen, dass das Eltern-Burnout ein anderes Syndrom ist als das berufliche Burnout. Beim Eltern-Burnout geht es um den Kreis der Familie, das Verhältnis zu den Kindern. Beim zweiten Burnout geht es um das berufliche Umfeld, das Verhältnis zur Arbeit. 

Gibt es einen Unterschied zur Depression?

Im Gegensatz zur Depression, die sich auf alle Bereiche des Lebens auswirkt (Privatleben, Berufsleben, …) ist der Burnout kontextabhängig. Dieser betrifft in der Regel nur einen einzigen Lebensbereich des Betroffenen (die Elternschaft ODER den Beruf). Ein Burnout in einem Daseinsbereich erhöht jedoch die Gefahr, dass einige Monate später ein weiterer Burnout in einem anderen Bereich folgt, was schlussendlich einer Depression gleichkommt. 

Gibt es einen Unterschied zwischen dem Babyblues und der postnatalen Depression?

Ja, der Babyblues tritt einige Tage nach der Geburt des Kindes bei der Mutter auf und ist hauptsächlich auf den hormonalen Umschwung zurückzuführen.

Die postnatale Depression taucht im Laufe des ersten Jahres nach der Entbindung auf. Für das Eltern-Burnout hingegen gibt es keinen bestimmten Zeitpunkt (bei manchen Eltern tritt ein Burnout sogar viel später im Leben des Kindes auf).

Auf die Risiken achten

Das Eltern-Burnout ist demnach eine Frage der Anhäufung von Problemen. Es kommt nicht urplötzlich daher, sondern ist ein Prozess, ein Teufelskreis. Die Auswirkungen können schwerwiegend sein:

  • auf die Eltern (Gesundheitsprobleme, Suchterkrankung, …),
  • auf die Paarbeziehung (Reizbarkeit, Konflikte, Scheidung, …),
  • auf das Verhältnis der Eltern zum Kind (Vernachlässigung, Gewalt, …).

Wenn Sie sich betroffen fühlen oder jemanden aus Ihrem Umfeld kennen, der diese Anzeichen hat, sollten Sie schnellstens handeln. Zunächst sollten Sie mit Gesundheitsfachleuten reden. Es gibt besonders ausgebildete Fachleute für Familienbegleitung (Facheinrichtungen, Beratung in einem Familienplanungszentrum, Einrichtungen für psychische Gesundheit, selbstständige Gesundheitsfachleute). Diese können Ihnen wertvolle Hilfe anbieten. 

Um mehr zu erfahren, besuchen Sie die Website www.burnoutparental.com, auf der dieses spezielle Thema behandelt wird.