Tipps und praktische Ideen zur Stressverminderung

Stressbewältigung bedeutet mit einer stressigen Situation umzugehen, eine innere Nervosität zu vermindern und Abstand zu den Ereignissen zu gewinnen. Verschiedene Hilfsmittel können Sie konkret dabei unterstützen. Nutzen Sie diese regelmäßig, werden Sie sich bedeutend besser fühlen:

Erste Situation: Abstand zu den Ereignissen gewinnen

  • Machen Sie Pausen, um zur Ruhe zu kommen und zu entspannen (10 Minuten pro Tag können ausreichen): Hören Sie Musik, kochen Sie, räumen Sie auf, machen Sie eine kreative Freizeitaktivität, setzen Sie sich hin und lesen, stricken Sie in Ruhe, machen Sie eine kleine Siesta... All diese Aktivitäten ermöglichen Ihrem Körper und Ihrem Geist, sich zu entspannen.
  • Machen Sie regelmäßig eine entspannende Aktivität: Yoga, Tai-Chi, Entspannung, Sophrologie und/oder Bewegung : Sport, Radfahren, Wandern… um angestaute Spannungen loszuwerden.
  • Teilen Sie Ihre Grenzen mit: Haben Sie den Mut, NEIN zu sagen, wenn nötig. Stress entsteht oft, wenn wir unsere Grenzen überschreiten, da wir sie nicht mitteilen können oder es nicht schaffen, dass sie respektiert werden...
  • Streichen Sie „ich muss“ oder „ich müsste“ aus Ihrem Wortschatz. Immer mehr machen ist nicht die Lösung, wenn Sie eine stressige Zeit erleben. Finden Sie eher heraus, was Sie leisten können und seien Sie damit zufrieden. Andere können sicherlich einen Teil dessen übernehmen, was Sie nicht erledigen können.
  • Zerlegen Sie Ihre Probleme. Wenn ein riesiges Problem auftritt und Sie überhaupt nicht wissen, wie sie es angehen sollen, überlegen Sie, ob Sie es nicht in kleinere Teile aufgliedern können. Kümmern Sie sich dann nacheinander um die einzelnen Teilprobleme.
  • Nehmen Sie sich die Zeit innezuhalten und werden Sie sich Ihres Unwohlseins gegenüber einer Situation bewusst. Denken Sie in Ruhe über die geeignete Reaktion nach (Handlung, Diskussion, Veränderung Ihres Verhaltens…).
  • Managen Sie Ihren Alltag anders: Legen Sie Ihre Prioritäten fest. Hören Sie auf, alles machen zu wollen und entrümpeln Sie Ihren Terminkalender…
  • Versuchen Sie, so normal wie möglich zu leben. Lassen Sie es nicht zu, dass Stress Ihre Vorlieben verändert oder Ihr Leben beherrscht.

 

 

Zweite Situation: Innere Nervosität vermindern

  • Schenken Sie Ihrem Geist Ablenkung: indem Sie basteln, mit jemandem telefonieren… Gehen Sie shoppen, spielen Sie ein Musikstück auf Ihrem Lieblingsinstrument... All das unterbricht Ihre negativen und stressigen Gedanken, die in Ihrem Kopf kreisen.
  • Denken Sie „positiv“: Positive Gedanken öffnen den Geist und führen schneller zu einer Lösung. Stress hingegen bringt negative Gedanken mit sich, die wiederum zu mehr Stress führen („Ich werde es nicht schaffen“...).
  • Verscheuchen Sie negative Gedanken, die Sie nur zum Grübeln bringen. Durch sie konzentrieren Sie sich nur auf (reale oder mutmaßliche) Probleme, ohne sie zu lösen, und sie lassen Sie glauben, dass Sie zurecht stressen!
  • Atmen Sie : Setzen Sie sich, atmen Sie einige Minuten langsam und bewusst, so lange es dauert, bis die Ruhe wiederkehrt. Die entspannende Atmung (so lange wie möglich ausatmen) oder die „Herzkohärenz“ sind sehr wirkungsvoll.
  • Entspannen Sie sich: eine wohltuende Massage, einige Dehnungsübungen, eine Atemübung mit geschlossenen Augen (siehe oben), die Vorstellung eines angenehmen Ortes, an dem Sie sich ausruhen können... Dies entspannt das Gehirn, die Augen und den Körper.
  • Stellen Sie sich passende, konkrete und realisierbare Lösungen vor. Denken Sie logisch darüber nach, was Sie machen müssten, um die Situation zu verbessern.
  • Konzentrieren Sie sich auf eine Aufgabe zur selben Zeit. Stellen Sie sich jemanden vor, der auf der Arbeit ist und das Telefon zwischen Kopf und Schulter klemmt. Mit einer Hand schreibt er einen Brief und mit der anderen schaut er einige Papiere durch. Zur selben Zeit versucht er, einen Happen zu essen. Er überlastet sein System…

 

Dritte Situation: Eine Stresssituation managen

  • Werden Sie sich bewusst, dass Sie gestresst oder emotional (ängstlich, wütend) sind.
  • Kehren Sie in sich, ohne sich unbedingt „beruhigen“ zu wollen, was in diesem Augenblick meist unmöglich ist.
  • Kehren Sie zum Jetzt zurück, auf konkrete Fakten der Situation (und nicht auf die negativen Gedanken durch den Stress). Sich auf die Atmung konzentrieren, wird Ihnen dabei helfen.
  • Bleiben Sie nicht alleine. Suchen Sie Personen, denen Sie vertrauen und sagen Sie Ihnen, wie Sie sich fühlen. Vielleicht finden sie die Lösung für Ihre Probleme, Lösungen, an die Sie vielleicht noch nicht einmal gedacht haben. Reden tröstet und kann auch helfen, sich weniger alleine zu fühlen.
  • Rufen Sie sich Ihre Erfahrungen aus der Vergangenheit ins Gedächtnis. Stellen Sie sich die Frage, ob Sie vorher schon auf ähnliche Probleme gestoßen sind. Sollte dies der Fall sein, wie sind Sie die Probleme damals angegangen? Vielleicht können Sie nun die Ressourcen kontaktieren, die Ihnen damals schon geholfen haben. Und wenn die Strategien, die Sie vorher angewendet haben, keinen Erfolg gezeigt haben, versuchen Sie die Lehre aus Ihren Fehlern zu ziehen.
  • Werden Sie sich bewusst, wie impulsiv Ihre Reaktion zu Beginn einer Stresssituation oder einer Emotion ist: wütend oder aggressiv reagieren, flüchten, nichts sagen und die Situation ertragen, darauf verzichten, sich Respekt zu verschaffen. All dies sind Anzeichen...
  • Durch das In-sich-Kehren können Sie Abstand gewinnen. Befolgen Sie diese Schritte, wird die dazu benötigte Zeit immer kürzer werden und schlussendlich nur noch einige Sekunden betragen.
  • Aus diesem Abstand heraus und der Konzentration auf sich selbst spüren Sie, welche (von den oben erwähnten) die passende, konkrete und durchführbare Lösung sein könnte.
  • Handeln Sie dann aus diesem Abstand heraus (und nicht ausgehend von der Emotion).